Ist der DAX zu teuer? Das Shiller-KGV im historischen Vergleich
- Aktuelle Bewertung: Das Shiller-KGV des DAX liegt derzeit bei etwa 18,5 – deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 15, was auf eine erhöhte Bewertung hindeutet. Historisch gesehen signalisieren Werte über 20 oft Überhitzung.
- Makrotrends: Niedrige Zinsen und moderate Gewinnerwartungen deutscher Großunternehmen stützen die Bewertung, trotz konjunktureller Unsicherheiten. Die DZ Bank prognostiziert für Ende 2025 21.500 Punkte.
- Risiken: Ein Shiller-KGV in dieser Höhe erhöht die Anfälligkeit für Korrekturen bei negativen Nachrichten, insbesondere bei Zinswenden oder Rezessionsszenarien.
Investment-Thesis: Warum das Shiller-KGV entscheidend ist
Das Shiller-KGV (Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio), entwickelt von Nobelpreisträger Robert Shiller, berechnet sich nicht auf Basis der Gewinne eines einzelnen Jahres, sondern nutzt den durchschnittlichen Gewinn der letzten 10 Jahre, inflationsbereinigt. Diese Methodik glättet konjunkturelle Schwankungen und liefert eine robustere Langzeitperspektive. Für den DAX ergibt sich die aktuelle Bewertung wie folgt: Der Index steht bei 24.162 Punkten. Die durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinne der DAX-Unternehmen der letzten 10 Jahre belaufen sich auf schätzungsweise 1.306 Punkte. Die Formel lautet:Fundamentale Bewertungsmatrix
Der Vergleich mit anderen Bewertungsmaßstäben und Szenarien vervollständigt das Bild.| Szenario | Shiller-KGV | Impliziter DAX-Stand | Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|---|
| Bull Case Starke Konjunktur, niedrige Zinsen | 22.0 | ~28.700 | 25% |
| Base Case Moderates Wachstum | 18.5 (aktuell) | 24.162 | 50% |
| Bear Case Rezession, Zinsanstieg | 14.0 (Durchschnitt) | ~18.300 | 25% |
Risikoanalyse und vergleichende Betrachtung
Fazit und Handlungsempfehlung
Ist der DAX zu teuer? Nach dem Shiller-KGV-Maßstab: Ja, aber maßvoll. Die Bewertung liegt klar über dem historischen Mittel, was in einer Phase des moderaten Wachstums und niedriger Zinsen nicht ungewöhnlich ist. Für langfristig orientierte Investoren, die bereits investiert sind, spricht wenig für eine Panikverkauf. Die aktuelle bullische Kerze im Chart könnte kurzfristig sogar weiteren Auftrieb bringen. Für Neuanlagen jedoch gilt: Bei einem KGV von 18,5 ist die Margin of Safety gering. Ein Einstieg sollte nur antizyklisch und gestaffelt bei möglichen Rücksetzern erfolgen. Die Erwartung der DZ Bank von 21.500 Punkten für Ende 2025 erscheint vor diesem Hintergrund konservativ und nachvollziehbar. Die Devise lautet: Vorsichtiger Optimismus mit einem wachen Auge auf makroökonomische Warnsignale.Werbehinweis & Strategie
Handlungsoption: DAX P (Moderates Risiko)
Die Volatilität liegt bei 13,81%. Dies erfordert eine präzise Positionsgröße.